5 Feuchtgebietsforschung im südlichen Afrika

 

Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe des Lehrstuhls mit den Feuchtgebieten des südlichen Afrikas. Den Forschungsschwerpunkt bildet nicht nur die bis dato weitgehend unbekannte Verbreitung dieser Ökosysteme, sondern auch die Problematik ihres nachhaltigen Managements. Dabei wurden zahlreiche sehr gute Kontakte zu Universitäten, Fachinstituten und Organisationen insbesondere im Südafrika und in Botswana geknüpft.

Abgeschlossene Projekte

Themengruppe: Nachhaltige Nutzung, Schutz und Management von seltenen und bedrohten Moor- und Feuchtgebietssystemen im südlichen Afrika

 

IMPESA - Identification and Mapping of Peatlands in Southern Africa

Im Rahmen der Global Peatland Initiative (GPI) wurde im Herbst 2001 IMPESA als Gemeinschaftsinitiative des Lehrstuhls für Vegetations-ökologie (TUM) und Partnerinstituten im südlichen Afrika gegründet. IMPESA zielte auf die Erfassung, Kartierung und Beschreibung von Mooren im südlichen Afrika ab. Das Projekt umfasste die Länder Südafrika, Lesotho, Swasiland, Mosambik, Botswana, Namibia und Zimbabwe.

Kontakt: Dr. Jan Sliva - sliva[at]wzw.tum.de

 

MAPUTALAND - Nachhaltige Nutzung von der küstennahen Moorwälder in Maputaland (Südafrika und Mosambik)
  • Bearbeitung: Dr. Jan Sliva (TUM), Christoph Moning (TUM), Prof. George Bredenkamp (University of Pretoria, South Africa), Mr. Piet-Louis Grundling (Silverton, South Africa), Prof. Fred Ellery (University of Natal), Dr. Donovan Kotze (University of Natal), Department of Agriculture Pretoria, Wildlife KwaZulu-Natal
  • Leitung: Dr. Jan Sliva (TUM)
  • Finanziert durch: Wetlands International (WI), Niederlande

Die interdunären Sumpf- und Moorwälder entlang der Küste Maputalands (nordöstliches Südafrika und südöstliches Mosambik) stellen einmalige, seltene und für den regionalen Landschaftshaushalt bedeutende Ökosysteme dar. Sie sind jedoch in ihrer Existenz durch zunehmende Abholzung, Entwässerung und Umformung in Bananenplantagen akut bedroht. Das kooperative Projekt hat zum Ziel gehabt, die wichtigsten landschaftsökologischen und sozio-ökonomischen Grundlagen zu sammeln und auszuwerten, um in einem späteren Schritt eine alternative Nutzung der Moorwaldressourcen aufzuzeigen, um das Lebensunterhalt der lokalen Bevölkerung zu gewährleisten und gleichzeitig das Bestehen der Moorwälder zu sichern.

Kontakt: Dr. Jan Sliva: sliva[at]wzw.tum.de

Nähere Information: Endbericht

 

Effects of gardening on Peat Swamp Forests in Maputaland, South Africa - A survey with emphasis on the Kosi Bay Catchment Area (Auswirkung von Pflanzenanbau auf feuchte Moorwälder in Maputaland - Südafrika - Untersuchung im Kosi Bay Einzugsgebiet)
  • Bearbeitung: Christoph Moning (Diplomarbeit)
  • Leitung: Dr. Jan Sliva, Prof. Jörg Pfadenhauer (TUM)
  • Finanziert durch: Dr. Ing. Leonhard-Lorenz Stiftung; Bayerisches Staatsministerium für Wissenachaft, Forschung und Kunst (Fond "Hochschule International")

Im ersten Teil der Arbeit werden Kenntnisse über die Verbreitung, Eigenschaften, Bedeutung und Funktionen, Bedrohung und Umweltfolgen der Vernichtung der subtropischen Moorwälder im Nordosten von Südafrika und im Mosambik zusammen gefasst. Darüber hinaus wurde die Bedeutung dieser Ökosysteme für die lokale Bevölkerung sowie derzeitige Nutzungsformen und deren Auswirkung auf die Wälder erörtert. Im Gelände wurden sechs Transekte durch unterschiedlich genutzte Moorwälder hinsichtlich deren Vegetation, Hydrologie und Bodenstratigraphie untersucht. Die gewonnenen Daten wurden mit Daten der jeweiligen Landnutzung korreliert, um die Auswirkung der Nutzung auf die Vegetation (Arten-Zusammensetzung und Struktur) und Böden aufzuzeigen.

Kontakt: Dr. Christoph Moning - c.moning[at]gmx.de; Dr. Jan Sliva - sliva[at]wzw.tum.de

 

Phytosociological study of peat swamp forests in the Kosi Bay lake system, Maputaland, South Africa (Phytosiziologische Untersuchungen der feuchten Moorwälder im Kosi Bay Seesystem, Maputaland, Südafrika)
  • Author: Retief Grobler (University of Pretoria; MSc study and thesis)
  • Supervision: Prof. George Bredenkamp (University of Pretoria, South Africa), Dr. Jan Sliva (TUM)

Das Ziel der Studie war die Vegetationsmuster und -Prozesse bei einem unterschiedlichen landnutzungsdruck aufzuzeigen - von natürlichen unberührten Beständen bis zu stark degradierten Wäldern, die durch Pflanzenanbau (meistens Bananen) verändert wurden. Die Arbeit fokussiert auf phytosoziologische Auswertungen der Waldbestände in Abhängigkeit von den gemessenen Parametern.

Kontakt: Retief Grobler, MSc - retief[at]imperata.co.za; Dr. Jan Sliva . sliva[at]wzw.tum.de

 

Themengruppe: Feuchtgebietsforschung im Okavango Delta, Botswana

Der Lehrstuhl für Vegetationsökologie der TU München unterhält seit Oktober 2000 eine intensive Zusammenarbeit mit dem Harry Oppenheimer Okavango Research Centre in Maun, Botswana zur vegetationskundlichen Erforschung des Okavango Deltas. Im Mittelpunkt stehen dabei Untersuchungen zur Vegetationsausprägung bei unterschiedlichen Überflutungsintensitäten und Feuerregimes.

 

Feuer und sein Einfluss auf die Vegetation im Okavango Delta, Botswana
  • Bearbeitung: Michael Heinl (Diplomarbeit)
  • Leitung: Dr. Jan Sliva, Prof. Jörg Pfadenhauer (TUM), Dr. Elmar Veenendaal, Prof. Susan Ringrose (HOORC)

In Kooperation mit dem Harry Oppenheimer Okavango Research Centre der University of Botswana (HOORC) in Maun wurden im April 2001 vegetationskundliche Untersuchungen zum Einfluss von Feuerereignissen auf die Vegetation der Feuchtgebiete und Überflutungssavanne des südlichen Okavango Deltas, Botswana durchgeführt. Die Untersuchungsbereiche wurden zur Differenzierung in gebrannte und nicht-gebrannte Flächen mit Hilfe von LANDSAT Satellitenbildern klassifiziert. Die Vegetation wurde mit Hilfe von plant functional types (PFT) und nach taxonomischen Kriterien beschrieben.

Kontakt: Dr. Michael Heinl - michael.heinl[at]uibk.ac.at; Dr. Jan Sliva - sliva[at]wzw.tum.de

 

Untersuchungen zum Einfluss des Feuerregimes auf die Vegetation der südafrikanischen Savannen und Überflutungsebenen anhand des Modellgebiets Okavango Delta, Botswana
  • Bearbeitung: Dipl. Ing. Michael Heinl (Promotion)
  • Leitung: Dr. Jan Sliva; Prof. Jörg Pfadenhauer (TUM)
  • Finanziert durch: VolkswagenStiftung

Durch die Rekonstruktion der Feuergeschichte anhand von Satellitenbildern und ökologischen Parametern der letzten 15 Jahre wurde die Langzeitwirkung unterschiedlicher Feuerregimes auf die Vegetation der südafrikanischen Savannen und Überflutungsebenen anhand des Modellgebiets Okavango Delta, Botswana untersucht.

Kontakt: Dr. Michael Heinl - michael.heinl[at]uibk.ac.at; Dr. Jan Sliva - sliva[at]wzw.tum.de

 

Erarbeitung eines interaktiven Bestimmungsschlüssels für das Okavango Delta, Botswana

Basierend auf den Herbar-Belegen des Peter Smith Herbariums am HOORC wurde ein interaktiver Bestimmungsschlüssel für ausgewählte Pflanzenfamilien (Blütenpflanzen) des Okavango Deltas erarbeitet.

Kontakt: Dipl. Ing. JM Hermann . juliamaria.hermann[at]googlemail.com: Dr. Jan Sliva - sliva[at]wzw.tum.de

 

The influence of fire on site productivity in southern Africa (Study site: Okavango Delta, Botswana) (Die Wirkung der Brände auf die standörtliche Produktivität im südlichen Afrika - Untersuchungsgebiet Okavango Delta, Botswana)
  • Bearbeitung: Dominik Rutz (Diplomarbeit)
  • Leitung: Dipl. Ing. Michael Heinl, Dr. Jan Sliva; Prof. Jörg Pfadenhauer (TUM)
  • Finanziert durch: VolkswagenStiftung

In diesem Projekt wurde der Einfluss vom Feuer auf die Primärproduktivität untersucht. Innerhalb der Savannenzone wurden Überflutungsgrasländer des Okavango Deltas näher studiert. Diese besonderen Ökosysteme zeichnen sich durch bessere Wasserverfügbarkeit, die die Produktivität generell erhöht. Die Produktivität ist weiter auch durch die angeschwemmten Nährstoffe im Flutwasser positiv unterstützt. Geländedaten wurden auf insgesamt 414 Standorten innerhalb der Überflutungssavannen des Okavango Deltas erhoben. Es wurden oberirdische Biomasse, Streu, Struktur des Bodenprofils, organische Substanz sowie pflanzenverfügbares Kalium und Phosphor im Boden gemessen und im Hinblick auf die Frequenz und Dauer der Überflutungen ausgewertet.

Kontakt: Dipl. Ing. Dominik Rutz - Dominik.Rutz[at]wip-munich.de, rutzling[at]gmx.de; Dr. Jan Sliva - sliva[at]wzw.tum.de

 

 

Derzeitige und geplante Projekte

Der Lehrstuhl für Renaturierungsökologie bereitet derzeit zusammen mit mehreren Partnern aus Südafrika, Mosambik, Swasiland und den Niederlanden einen internationalen Projektantrag ‚AllWet – Alliance for Wetlands‘ vor, der im letzten Quartal 2012 im Rahmen des Programms ‚ACP Science and Technology‘ der Europäischen Union eingereicht werden soll. Die Vorbereitung des Projektantrags wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus dem Förderungs-programm ‚Vorbereitende Maßnahmen‘ finanziell unterstützt. Dank dieser Unterstützung konnte der Lehrstuhl zwei Workshops organisieren – im November 2011 in Südafrika und im Dezember 2011 in Freising-Weihenstephan.

Im Frühjahr 2012 hat der DAAD ein weiteres Kooperationsvorhaben des Lehrstuhls gebilligt. Von 2012 bis 2015 wird im Rahmen des neuen Programms ‚Welcome to Africa‘ ein Projekt ‚AllWet RES Alliance for Wetlands – Research and Restoration‘ in Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität Berlin (Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät, Fachgebiet Bodenkunde und Standortlehre) sowie mit zwei südafrikanischen Universitäten durchgeführt (University of KwaZulu-Natal, School of Development Studies, Durban; University of the Free State, Centre of Environmental Management, Bloemfontein). Das Projekt soll einen Beitrag zur ökosystemaren Erforschung der Möglichkeiten und Grenzen nachhaltiger Nutzung und Renaturierung von Feuchtgebieten im südlichen Afrika leisten. In interdisziplinärer Zusammenarbeit werden von Studierenden und Doktoranden aller vier Universitäten Aspekte der Kartierung und Standortansprache, bodenkundliche und hydrologische Eigenschaften, biotische Diversität, Renaturierungspotential und sozio-ökonomische Durchführbarkeit und Akzeptanz untersucht. Das Projektgebiet sind die ‚Maputaland Coastal Plains‘ entlang der Ostküste von Südafrika und Mosambik, wo fast 60 % der Moore des südlichen Afrika vorkommen. Als Ergebnis des Vorhabens sollen fachlich fundierte und praxisnahe Empfehlungen formuliert werden.

Mehr dazu: Projektbeschreibung